Presse & News
Die neue Society-Meile am Fluss
erschienen in der Zeitschrift: NEWS Nr. 31, 5. August 2010
WIENER DONAUKANAL. Imagewandel am Wasser: Wie der einst graue Kanal aufgewertet wurde, was jetzt noch folgt.
Beginnen wir mit einem kleinen Rückblick: Vor fünf Jahren noch war der Donaukanal in Wien ein grauer Fluss, eingezwängt in noch grauere Kaimauern, den manche Touristen enttäuscht für die Donau hielten. Jetzt, im Sommer 2010, ist alles anders. Der Donaukanal ist das größte Stadterneuerungsprojekt seit dem Museums Quartier - mit Lokalen, architektionischen Highlights und jeder Menge Freizeiteinrichtungen. Und der Imagewandel ist noch nicht abgeschlossen.
Von Motto nach Tel Aviv. Erst diese Woche eröffnete der neue Tel Aviv Beach, ein Strand mit einem Gastro-Konzept von Society-Wirtin Haya Molcho. Nach dem verpatzten Start im Mai - eine Anrainerin legte sich quer - geht´s jetzt mit Verspätung los. Dafür soll künftig gleich das ganze Jahr geöffnet werden.
Damit tritt Molcho in Konkurrenz zum kürzlich eröffneten und höchst erfolgreichen Motto am Fluss von Szene Größe Bernd Schlacher. Dort bekommt man im Restaurant das hochwertige Bio-Küche aus Österreich bietet, den nächsten freien Tisch laut aktueller Reservierungslage erst wieder Ende August.
Küche aus Österreich, allerdings in Altwiener Tradition, wird es im nächsten Frühjahr nur ein paar Schritte neben dem Tel Aviv Beach geben. Bis dahin soll nämlich das Schützenhaus von Otto Wagner renoviert sein. Und auch der Betreiber steht seit wenigen Tagen fest: Christian Pock, bisher mit dem Ambrosi im Augarten erfolgreich, will im Prachtbau für das nächste kulinarische Highlight am Donaukanal sorgen - mit einem bekannten Haubenkoch, der noch geheim bleibt.
1. DER SKYWALK
Verbindungssteg für Radfahrer und Fußgänger zwischen dem 9. Und 19. Bezirk
2. PIER 9
Freitzeitanlage mit 21 Meter hohem Kletterturm und Parkdeck mit 330 Stellplätzen
3. DAS HAUS ZAHA HADID
Dreiteiliges Apartmenthaus an der Spittelauer Lände, entworfen von Star-Architektin Zaha Hadid
4. DIE SUMMERSTAGE
Beliebte Outdoor-Location für laue Sommerabende mit 650m² großer Terrasse
5. SCHÜTZENHAUS
Restaurant mit Altwiener Küche und Süßwasserspezialitäten Eröffnung Mai 2011
6. TEL AVIV BEACH
Strandlokal mit interanationaler Küche. Ab sofort ganzjährig offen
7. FLEX CAFÉ
Gastgarten-Pavillon des Wiener Szene-Lokals mit Blick auf den Donaukanal
8. PROJEKT WELLNESS SCHIFF
Schwimmendes Fitnesscenter zwischen Augarten und Salztorbrücke. Baustart: ungewiss
9. ADRIA WIEN
Mediterrane Küche im Glas-Pavillon nahe der Salztorbrücke
10. GOURMETMARKT
Auf der Höhe Morzinplatz Eröffnung: Mai/Juni 2011
11. SCHIFFSTATION CITY
Das Gate to Bratislava mit dem neuen Gastro-Tempel Motto am Fluss.
12. DAS BADESCHIFF
Schwimmender Pool Sonnendeck und Nobelküche von Haubenkoch Christian Petz
13. CONNECTING LINK
Klappbrücke, die den Vorkai der Urania mit dem Herrmannpark verbindet. Eröffnung: 2010
14. STRANDBAR HERMANN
Sonne, Sand, Urlaubsfeeling. Der Beach von Wien nahe der Urania
15. CENTRAL GARDEN
Sport- und Freizeitpark in der Leopoldstadt mit 200m² großem Spielfeld für Kleintorfußball oder Volleyball![]()
erschienen im Magazin „100 projekte wien" des Magistrats der Stadt Wien für Stadtplanung (Mai 2010)
Donaukanal
Boarding House
Architektin Zaha Hadid verbindet die Wasserkante des Donaukanals mit den bereits existierenden Stadtbahnbögen. Dabei schlängeln sich drei Baukörper durch und um die bogenförmigen Viadukte. Teile der Baukörper schweben dabei über der ehemaligen Stadtbahnstraße.
Das Projekt wurde bereits im Jahr 2005 umgesetzt, die für die Belebung dieses Donaukanalabschnitts essenzielle Gastronomie ist geplant.
Architektin: Zaha M. Hadid
Aresse Projekt: 9, Spittelau 10
Baubeginn 2003
Fertigstellung 2005
www.seg.at
Gasometer Ville Verdi
Wohnen
Das Projekt „Villi Verde" basiert auf den Gedanken des Terrassenhauses sowie der Stadtvillen und der Orientierungsmöglichkeit einer Wohnanalage nach Süden. Der Öko-Wohnhauspark in Niedrigenergiebauweise befindet sich im 11. Wiener Gemeindebezirk in einer ehemaligen Industriezone in unmittelbarer Nachbarschaft der revitalisierten, prägnanten Gasometer - den Industriedenkmälern des Historismus. Die Stadtvillen sind in einem neu gestalteten, parkähnlichen Areal versetzt positioniert und die markante Fassadenfarbe in Anlehnung an Grün und Natur entwickelt. Die Wohnhausanlage „Ville Verdi" besteht aus fünf einzelnen Baukörpern mit jeweils 34 Wohneinheiten. Die Grundrissgestaltung stellt eine optimale Antwort auf di e Anforderungen des modernen Wohnbaues dar und bietet ein attraktives Angebot an Gemeinschaftseinrichtungen. Grünraumplanung und Freiraumgestaltung spielten in diesem Entwurfskonzept eine besondere Rolle.
Architektin: Albert Wimmer ZT GmbH
Adresse Projekt: 11., Otto.Herschmann-Gasse 4
Wohneinheiten 170
Baubeginn 2007
Fertigstellung 2009
www.gesiba.at
Neue Ideen für das Hadid-Haus
(von Johanna Hofleitner)
erschienen am 13. Juni 2010 in der Tageszeitung „Die Presse am Sonntag"
„vor.RAUM" lautet das Motto eines Kooperations-Wettbewerbs der TU zur Gestaltung des Außenraums rund um das Zaha Hadid-Haus an der Spittelauer Lände
Das Gebäude von Zaha Hadid am Wiener Donaukanal hat eine wechselhafte Geschichte, und die Gestaltung des Areals an der Spittelauer Lände ist daher wohl das, was man eine Herausforderung nennt, kurz: genau das Richtige für ein Designwettbewerb für den öffentlichen Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU-Wien.
Ausgeschrieben wurde er vom österreichischen Holzwerkstoffanbieter FunderMax, der den Studenten dafür „Exterior", eine Kompaktplatte aus seinem Programm, zur Verfügung stellt. Der Werkstoff findet Verwendung bei Stulpschalungen, mit denen ganze Fassaden verkleidet werden können, über Dekore bis hin zu den Bodenplatten oder Seitenwänden von Balkonen Terrassen oder Schanigärten.
Architektur & Kunst. Der besondere Reiz für die Teilnehmer: Drei von einer aus Architektur- und Kunstexperten bestehenden Jury (mit dabei das „Presse-Schaufenster") ausgewählte Projekte werden zum Abschluss tatsächlich eins zu eins realisiert, die zehn besten Entwürfe prämiert und im Herbst zusammen mit einer Auswahl aus den vorgelegten Einreichungen in einer Ausstellung präsentiert.
Angesprochen sind jeweils Erst- und Zweitsemestrige des Instituts für Kunst und Gestaltung, das von der renommierten Künstlerin Christine Hohenbüchler geleitet wird. Im Rahmen einer sich über zwei Semester ersteckenden Pflichtlehrveranstaltung sollte eine Gestaltungsidee konzipiert und präsentiert werden, bei der „besonderes Augenmerk auf die künstlerische Vermittlung der Idee und die Freihanddarstellung räumlicher Sachverhalte gelegt wurde", erklärt die Projektkoordinatorin Karin Harather.
Im Hinblick auf das Lehrziel wurde die Aufgabenstellung noch dahingehend feingetunt, dass möglichst materialsparend gedacht, Verschnitt vermieden und die Konstruktion der Entwürfe vorrangig aus dem Material heraus entwickelt werden sollte. Eine Sonderaufgabe war die Erarbeitung eines Dekors, das entweder Druckverfahren oder durch Fräsung aufgebracht werden konnte. Der Fantasie durfte, ja sollte in jedem Fall freier Lauf gelassen werden.
Vielleicht ein Baumhaus? Während 2009, als der Wettbewerb zum ersten Mal stattfand, eine Gestaltungsidee als „Aufmerksamkeitsträger" für den Karlsplatz vorgelegt werden sollte - Siegerprojekt war damals ein urbanes Sitzmöbel - ist die Aufgabenstellung der diesjährigen Ausschreibung auf die öffentlichen Räume rund um das von Zaha Hadid gestaltete Haus an der Spittelauer Lände bis hin zur Friedensbrücke gerichtet.
Das aufsehenerregende Gebäude, das an die alten Stadtbahnbögen geschmiegt ist und sich zum Teil mittels scheinbar kreuz und quer laufender Stelzen über diese stülpt, setzte neben eher traditionellen Ideen à la Sitzgelegenheit, Fahrradständer, Skulpturenobjekt auch eine Menge ungewöhnlicher Ideen vom Baumhaus über einen an einen Zirkuswagen gemahnenden mobilen Kiosk bis hin zur überdimensionalen Murmelbahn frei.
Harather sagt: „ Es war für alle sehr spannend. Dinge, die uns gar nicht experimentell erscheinen, haben dem Auftraggeber ganz neue Blickwinkel eröffnet." Womit die Mission fast schon erfüllt ist.
Praxis Bürocheck Solid 04/10
Bögen mit Kanten
Zaha Hadid trifft auf Otto Wagner. SEG- Geschäftsführung Silvia Wustinger-Renezeder arbeitet in einem architektonisch spannenden Gebäude am Donaukanal. Text und Fotos: Robert Koch
Die Lachmöwen über dem Donaukanal haben es wieder einmal lustig. Schon wieder steht eine auf dem ausgedienten Stadtbahnbogen von Otto Wagner neben und unter dem zackigen Betonband, das Zaha Hadid darübergesetzt hat. die Möwe ist gerade einmal fünf Meter Luftlinie entfernt und doch einen Kilometer Fußweg weit weg vom Eingang. Denn eine Treppe gibt es hier nicht. Was soll´s, einmal rund um die Fernwärme Wien samt Friedensreich Hundertwassers Zwiebelturm- Schornstein, und dann nur nicht die falsche Rampe erwischen. Sonst steht man noch einmal knapp davor und doch daneben.
"Wir sind gut an die U3 und U4 angeschlossen, aber man muss erst den Weg von der U-Bahn herunter finden", sagt Silvia Wustinger- Renezeder.
"Gott sei Dank haben wir eine Park&Ride- Garage bekommen, die im Herbst 2009 eröffnet wurde. Das ist wichtig, vor allem für Veranstaltungen."
Die Müllverbrennungsanlage im Hintergrund stört sie nicht. Wichtig ist der gelernten Juristin jedoch die Lage am Wasser. Für sie ist das Gebäude, das ohne rechten Winkel auskommt, ein Markenzeichen, das die Affinität der SEG zur Architektur demonstriert.
Zweiter Anlauf
Der Hand zu Prestigeprojekten und zur Kooperation mit Stararchitekten hatte die SEG 2006 allerdings in die Insolvenz geführt. Das Gebäude an der Spittelauer Lände war Teil der finanziellen Misere. "Einer der wesentlichen Ursachen war, dass die Kurswerte der Aktien, die wir damals hatten, zusammengebrochen sind", sage Wustinger-Renezeder heute.
"Das Wesentliche für die Zukunft ist, dass unser neuer Eigentümer und Investor mein Mann (Hans Wustinger, Anm.) ist. Er ist Industrieller, hat aus seinem Vermögen investiert und möchte, dass das Unternehmen auch in der nächsten Generation fortgeführt wird."
Und so arbeitet in Ferienzeiten manchmal auch der Sohn am Schreibtisch neben seiner Mutter.
Nach dem Zwangsausgleich im Jahr 2008 realisiert der Bauträger nun kleinere Projekte. "Wir haben die Strategie komplett verändert", erläutert Wustinger-Renezeder. "Keine Wohnbauförderung mehr, keine öffentlichen Gelder, nur mehr frei finanzierter Wohnbau in sehr guten Lagen und von hoher architektonischer Qualität." Finden sich dafür in Zeiten wie diesen auch Käufer? Wustinger- Renezeder "Ja, absolut. Die Leute legen gerne in Immobilien an. Wenn die Objekte nicht übertrieben teuer sind, fließt sehr viel geld in Immobilien."
Geändertes Nutzungskonzept
Ursprünglich sollte der Raum, in dem heute das Chefbüo untergebracht ist, als Gastronomiebetrieb dienen. Doch es fand sich kein Wirt, um die Stadtbahnbögen zu beleben. Viele Spaziergänger und Radfahrer im Sommer, aber wenig im Winter, lautet das Problem. Und so sitzt die SEG- Geschäftsführerin heute in einem beidseits großflächig verglasten Stadtbahnbogen samt überdimensionierter Lüftungs- und Kühlanlage. Arbeitet man da nicht wie in der Auslage? "Nachdem wir hier nicht so viel Frequenz vor dem Eingang haben, stört es mich nicht", so Wustinger- Renezeder. "Ich wäre kein Typ für ein Büro mit geschlossenen Türen, in dem man nicht mitbekommt, was los ist."
Die Möblierung könnte noch etwas mehr Design vertragen, meint sie. Andererseits soll ja auch Bescheidenheit eine Zier sein, und dann ich das 08/15 Ikea regal wohl ein gelungener innenarchitektonischer Ausdruck dafür.
Ein Teil der Otto- Wagner Bögen wurde als Event Location "White House" adaptiert. Die Location samt Ton- und Lichtanlagge kann für Firmenevents, Kulturveranstaltungen, Pressekonferenzen, Clubbings und private Feierlichkeiten angemietet werden. Hier sieht man, dass der alte und die neuen Baukörper nur mit einer Verglasung miteinander verbunden sind. Die drei Baukörper von Zaha Hadid beherbergen vor allem kleine Appartments mit jeweils rund 30 Quadratmeter sowie Büroräume der SEG.
Versorgt wird der Neubau über integrierte Leitungen in den -beheizten- Betonstützen.
Saison 2010: Der Donaukanal wird erwachsen
02.04.2010 | 18:47 | ULRIKE WEISER UND TERESA SCHAUR-WÜNSCH (Die Presse)
Neue Projekte bringen mehr Schick und architektonische Raffinesse an den Donaukanal. Die Partypromenade versucht sich ernsthaft als Restaurantmeile. Auch Hochzeit feiern kann man "unten" schon.
Denn wie ein mächtiger, gläserner Ozeandampfer, der mitten in der Stadt vor Anker gegangen ist, ragt der neue Schiffsterminal „Wien City“ vom Vorkai des Donaukanals in die Höhe. Die vom bekannten Architektenduo Fuchs & Fasch entworfene Anlage für Twin City Liner und Ausflugsschiffe, die mit Juli in Betrieb gehen soll, ist mit Sicherheit die markanteste Neuerung am Donaukanal. Darüber hinaus fasst sie zwei aktuelle Entwicklungen am Stadtgewässer zusammen. Erstens: Mit dem Terminal wachsen Kanalufer und Straßenniveau zusammen. Lange wurde beklagt, dass die steilen Treppen zum Vorkai wenig einladend und beschwerlich seien. Nun gibt es einen Lift, Rampen und ein Gebäude, das gut sichtbar von unten herauf wächst – allzu gut sichtbar? Der Bau verstelle den Blick in den 2. Bezirk, sei zu dominant, meinen Kritiker.
Punkt zwei birgt dagegen kaum Konfliktpotenzial: Das Projekt steht für mehr erwachsenen Schick am trüben Kanal. Für den unter anderem Gastronom Bernd Schlacher (Motto, Halle, Kunsthalle-Café) sorgen soll. Unter dem naheliegenden Namen „Motto am Fluss“ wird er im Komplex ein Café, ein Restaurant mit Bar (Stil: „Venedig der 50er“) und eine Edelgreißlerei betreiben, und will nicht nur Touristen, sondern auch ganzjährig Einheimische anlocken.
Womit er nicht der Einzige ist. Noch im Mai geht harte Konkurrenz an den Start. Mit dem Tel Aviv Beach eröffnet ein zweites „High-End-Projekt“, das insofern eine Premiere ist, als sich mit Haya Molcho eine Frau in die Herrenrunde am Donaukanal mischt. Die Gastronomin („Neni“ am Naschmarkt) hat das im Vorjahr befristet konzipierte Projekt übernommen und das Areal auf sechs Jahre gepachtet. Eva Beresin, die bereits das Neni entwarf, gestaltet auch den Tel Aviv Beach. Ein mühsames Unterfangen, wie sie meint. Die ursprünglichen Pläne mussten mehrmals überarbeitet werden – so ist etwa der geplante Pool direkt am Kanal wieder passé. Die aktuelle Variante sieht so aus: links ein großer Sandstrand mit beigen Schirmen, Bar und Duschen, rechts eine lange Holzterrasse mit Bäumen und dem zweistöckigen Restaurant im für Tel Aviv typischen Bauhausstil.
Mittagessen am Kanalufer
Gegessen wird vor allem draußen. „Das ist zu 99 Prozent eine Open-Air-Location“, meint Beresin. Nur die Küche selbst (Schwerpunkt sind israelische Gerichte), die lange Bar und die DJ-Kammer im oberen Stock sind überdacht, weshalb es keinen Ganzjahresbetrieb geben wird. Apropos DJ – das Motto lautet: dezent. Was sich schon in der Optik abzeichnet (die alte knallblaue Tel-Aviv-Skyline ist verschwunden), setzt sich in der Musik fort. Nach Anrainerbeschwerden im Vorjahr will man vor allem tagsüber feiern, ab 22 Uhr leise sein und wie das „Motto am Fluss“ und die Strandbar Herrmann auf Mittagsmenüs setzen. Das große Eröffnungsfest mit freiem Eintritt geht mit gutem Beispiel voran und wird um zehn Uhr vormittags beginnen. Auch andere Probleme – Stichwort: Palästinenser-Protest – hofft man zu umgehen: „Wir machen das ja jetzt privat“, sagt Molcho.
Und sonst? Beherrscht ein altes Thema den Kanal, das jedes Jahr neu aufkommt: das Bootstaxi (www.bootstaxi.at). Echten Linienverkehr wird es trotz Ankündigung auch heuer nicht geben, bedauert Betreiber Hans Litschauer. Immerhin wird aber seine neue Anlegestelle in Nußdorf fertig. Über weitere (Salztorbrücke, Pier 9) wird bereits verhandelt. Vor allem für das Zaha Hadid-Gebäude, in dem demnächst ein neues Lokal eröffnen soll, bemüht sich die SEG um eine Anlegestelle. Interessant: Der dortige SEG-Event-Raum „Spittelau 10“ wird vor allem für Hochzeiten genutzt. Heirat am Kanal als Trend? Auch für den Tel Aviv Beach gibt es Buchungen.
WM am Wasser
Gefeiert wird am Kanal in erster Linie aber heuer etwas anderes: die Fußball-WM. Pier 9, Strandbar Herrmann und wohl auch das Badeschiff, das Mitte April seine Neuerungen vorstellt, planen ein Programm. Große Hoffnungen macht sich das Flex: Dort wartet man auf die Genehmigungen für eine schwenkbare LED-Wand, Dachterrasse und einen Würstelstand.
Etwas länger warten muss man auf die Nutzung des Schützenhauses, wo das Konzept noch aussteht, und auf den „Connecting Link“ zwischen Urania und Strandbar. Der Entwurf des Londoner Büros Krolikowski und Schmitt wurde heuer vorgestellt, soll aber erst 2012 realisiert werden. „Die erste Klappbrücke Wiens“ wird sich hochklappen lassen, wenn Hochwasser droht oder Schiffe kommen. Ozeandampfer oder so.
| Beruflicher Werdegang: |
Maurerlehre, Polier und Werkmeisterkurs (Wifi), Baumeisterprüfung, |
| Funktion in der Firma: | Frontman der Bautechnikabteilung |
| Mein bestes Projekt: | Eigentlich alle Projekte, an denen ich mitwirken konnte |
| Das Projekt find ich gut: | 23. Bezirk Liesing, Wohnhausanlage mit 80 Wohnungen |
| Meine Stärken: | Aufgrund meiner langjährigen Praxis die Erkenntnis, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten |
| Meine Schwächen: | Präzisionsfreak: Verzichten auf unwichtige Dinge, z.B. eine Rechnung im Centbereich zu korrigieren |
| Was ich schätze: | Geradlinigkeit und Ehrlichkeit |
| Ich bin für meine Mitarbeiter: | In erster Linie ein Kollege, bedingt durch die langjährige Firmenzugehörigkeit oft ein Firmenlexikon |
| Zukunftswünsche: | Dass die Weltwirtschaft wieder zu einem vernünftigen Rhythmus findet |
| Meine Vorbilder: | Als ich in die SEG eintrat, durfte ich Baumeister Matya kennenlernen. Er war eine denkwürdige Stütze, nicht nur in Bautechnik- sondern in allen Lebensfragen. |
| Hobbys: | Auto pflegen und hegen |
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Firmenname und Anschrift: |
SEG Stadterneuerungs- und Eigentumswohnungsgesellschaft m.b.H. Spittelauer Lände 10, A-1090 Wien |
| Unternehmensgegenstand: | Bauträger und Developer |
| Gründungsjahr: | 1975 |
| Standorte: | Wien |
| Anzahl der Mitarbeiter: | 19 |
| Jahresumsatz: | rund 36 Milionen Euro |
| Firmenmeilensteine: | Der Beginn, sich auch Großprojekten zuzuwenden einhergehend mit namhaften Architekten |
| Referenzprojekte: |
1220 Wien, Kratochwjlestraße 12, Coop-Turm
1210 Wien, Donaufelder Straße 121 Compactcity
1110 Wien, Gugelgasse 6 Gasometer A
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17.12.2008 (Die Presse)
Zaha-Hadid-Haus ist ausgebucht
Nach massiven Problemen heißt es am Donaukanal jetzt: „Kein Zimmer frei.“
WIEn (stu). Zaha Hadid und Wien: Das war anfangs keine heiße Liebesbeziehung. Die im Irak geborene Stararchitektin, die das Zentrum der neuen Wirtschaftsuniversität im Prater gestalten wird, hat sich bisher nur ein einziges Mal in der österreichischen Bundeshauptstadt verewigt; und dieses Projekt war mehr als schwierig.
Nach massiven Startproblemen (Bauträger-Konkurs, fehlende Mieter) setzte die SEG auf ein neues Konzept (Umwandlung in ein „Boarding-House“ mit Mietverträgen von sechs Monaten bis maximal zwei Jahre), mit dem das architektonische Flaggschiff des Donaukanals erstmals auf Erfolgskurs segelt: „Das Haus ist voll, wir sind komplett ausgebucht“, erklärt SEG-Marketingleiterin Olivia Paradine der „Presse“: „Wir haben 85Mietverträge, das Konzept funktioniert.“
In erster Linie ist das Hadid-Haus, das ursprünglich für finanzkräftige Klientel erbaut wurde, jetzt ein Haus für ausländische Studenten: „Wir vermieten das Haus zimmerweise.“ Wobei die Preise zwischen 370 und 500 Euro pro Zimmer liegen.“ Nachsatz: „Es sind viele Studenten aus den USA und aus Großbritannien hier.“
Den Zulauf verdankt das Hadid-Haus der SEG-Kooperationen mit internationalen Studentenvereinigungen und mit anderen Boarding-House-Betreibern: „Wir müssen sogar Anfragen ablehnen, weil wir eben voll sind.“ Das bisher größte Problem, die Infrastruktur, soll nun sukzessive gelöst werden. Am 21.Jänner wird eine Event-Location mit Blick auf den Donaukanal eröffnet. Sie soll für Modeschauen, Kulturveranstaltungen und Privatfeiern zur Verfügung stehen. Gleichzeitig soll ein Restaurant einziehen. Und: Das Gebiet soll weiter belebt und gastronomisch aufgewertet werden. Szene-Gastronom Ossi Schellmann (Betreiber der Summerstage am Donaukanal) will dort ein neues Lokal eröffnen. Die Verhandlungen laufen; im Sommer 2009 sollen erste Schritte sichtbar sein.
In Westösterreich hatte Hadid von Anfang an Erfolg. Sie baute die Bergiselschanze (2003) und die Hungerburgbahn (2005) in Innsbruck. Neben Auszeichnungen ist Hadid Trägerin des Pritzker-Preises, der als Nobelpreis der Architektur gilt.
01.12.2008 (Die Presse)
Zaha-Hadid-Bau - der zweite Versuch
Das einstige Prestigeprojekt an der Spittelauer Lände stand lange Zeit leer. Nun sollen es neue Mieter wieder mit Leben erfüllen - das alte Konzept bleibt.
Wien (eko). Das Geisterhaus an der Spittelauer Lände erlebt im Herbst seinen zweiten Frühling. Nachdem der, von der irakischen Stararchitektin Zaha Hadid errichtete Bau seit längerem leer steht - der letzte Mieter zog vergangenen November aus - füllt sich das markante Haus wieder mit Leben. Das Gebäude wurde adaptiert, Ende September sind bereits wieder neue Mieter eingezogen. Viel hat bei dem Projekt ja bisher nicht geklappt. Die Baukosten waren mit fast 10 Millionen Euro zu hoch, der ursprüngliche Entwurf musste derart stark verändert werden, dass sich die Architektin davon distanzierte. Statt der geplanten schicken Wohnungen wurden kleine Einheiten gebaut, die befristet vermietet wurde. Auch mit der Besiedlung funktionierte es nicht so richtig. ie Gastronomie im Erdgeschoß kam nie zu stande - keines der geplanten Lokale eröffnete jemals.
Das vorläufige Ende für das Prestigeprojekt kam im November 2006, als der Bauträger SEG Konkurs anmeldete, ein erster Zwangsausgleich scheiterte 2007. Die Mietverträge liefen in der Folge sukzessive aus, bis das Haus schließlich leer stand. "Wohnt das jemand?", fragten sich die Passanten.
NEUSTART NACH ZWANGSAUSGLEICH
Die Wende kam im Juli 2008 - die Gläubiger nahmen einen erneuten Zwangsausgleich an, das Unternehmen konnte weitergeführt werden. Nachdem das Zaha Hadid Gebäude leer stand, richtete man hier gleich den neuen SEG-Bürostandort ein.
Vordringlichstes Projekt ist nun, wieder Leben in das Gebäude zu bringen. Zunächst sollen neben Büros auch Flächen für Vernissagen und Kulturveranstaltungen geschaffen werden. Auch mit einem Gastronomiebetreiber steht man schon in Verhandlungen.
Was die Wohnungen angeht, soll sich an der Nutzung nichts ändern. Die SEG führt das Boarding House Konzept weiter - man will die Wohnflächen vor allem für kürzere Zeiträume, von 6 bis maximal zwei Jahre, vermieten. Viele Anfragen gebe es von Architekturliebhabern, heißt es.
Aber warum soll das Konzept, das sich im Wesentlichen nicht geändert hat, jetzt auf einmal aufgehen? Die Hoffnungen der Betreiber ruhen auf der Belebung der Gegend. Das Grundstück, das auf einer Seite vom Wasser, auf der anderen Seite vom Verkehr der Lände begrenzt wird, ist seit dem Frühjahr durch einen Rad- und Gehweg über die Stadtbahnbögen besser erreichbar. Und im Masterplan für den Donaukanal, der Ende des Jahres fertig sein soll, ist eine Nutzung der Stadtbahnbögen wie am Gürtel vorgesehen. Das Geisterhaus bekommt also eine zweite Chance.












